Dankbarkeit zu trainieren liegt seit einigen Jahren im Trend. Überall hört man von Menschen, die sich diesen Gefühlszustand bewusst machen, indem sie täglich Dinge aufschreiben, für die sie dankbar sind. So gibt es mittlerweile auch zahlreiche Dankbarkeitstagebücher, die eine Anleitung für ein Dankbarkeitstraining bieten. Aber wozu das Ganze?
Kurz gesagt:
Dankbarkeit erhöht das Level deiner empfundenen Zufriedenheit. Das hat die Sozialpsychologin Leah Dickens in einer Metastudie herausgefunden.
Du kannst dir das so vorstellen …
Wenn du daran denkst, wofür du heute dankbar bist, kannst du nicht gleichzeitig Wut oder eine andere negative Emotion empfinden. Du bleibst im Hier und Jetzt und fokussierst dich auf diese positive Emotion. Und das am besten in regelmäßigen Abständen.
Der Fokus auf Dankbarkeit und seine Wirkung kommt aus der Positiven Psychologie, die von Martin Seligman, einem amerikanischen Psychologen, mitbegründet wurde.
Warum also nicht mal ausprobieren?
Folgende Fragen eignen sich, um herauszufinden, ob das bewusste Aufschreiben in regelmäßigen Abständen auch auf dein Leben positiv wirkt. Dabei kann es um private Dinge gehen oder auch um deinen Beruf bzw. Business. Wie bei allen Veränderungen, solltest du natürlich etwas am Ball bleiben, um dieses Ritual in dein Leben zu integrieren. Probiere es doch mal über einen Zeitraum von 6 Wochen.

Mögliche Fragen:
- Für welche Personen und sozialen Kontakte bin ich dankbar? Welche Momente mit diesen Menschen haben mir heute Freude gemacht?
- Welche kleinen Glücksmomente hatte ich heute?
- Für was bin ich in meinem beruflichen Kontext dankbar? Was habe ich schon erreicht?
Ganz klar: mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden, wer sagt da NEIN?
Ich persönlich bin im Alltag oft bewusst dankbar und spüre die positiven Effekte. Allerdings sollten solche Dankbarkeitsrituale reflektiert eingesetzt werden. Es geht nicht darum, jegliche negative Gefühle wegzuschieben. Angst, Wut, Trauer, Bedauern und Traurigkeit gehören zum Leben dazu. Diese Gefühle zu unterdrücken wäre ungesund. Sie sollten erlebt und verarbeitet werden. Es geht also nicht darum, negative Emotionen zu unterdrücken. Sondern darum, dass du dir immer wieder die Zeit nimmst, dein, oft für selbstverständlich gehaltenes, Leben bewusst wahrzunehmen und gezielt Dankbarkeit zu empfinden.
Unterschiedlichste Methoden um Dankbarkeit zu trainieren
- für manche reicht es vielleicht, lediglich bewusst Situationen und Umstände wahrzunehmen
- andere bevorzugen ein Dankbarkeitstagebuch oder einen einfachen Kalender
- möglich wären auch kleine Notizzettel, die zusammengefaltet in eine Vase oder Kiste geworfen werden
